Fünf Monate im Bundestag – eine tschechische Perspektive
Von März bis Juli 2011 hatte die tschechische IPS-Stipendiatin, Terezie Vávrová, die Gelegenheit, im Büro des CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier, MdB, das politischen Geschehen in der Bundeshauptstadt und die Arbeit des Abgeordneten in seinem Wahlkreis Schwandorf/ Cham live mitzuerleben.
Die Abkürzung IPS steht für „Internationales Parlaments-Stipendium“, ein Programm, in dessen Rahmen jedes Jahr über einhundert junge Menschen aus derzeit 27 Ländern ein fünfmonatiges Praktikum in einem Abgeordnetenbüro des Deutschen Bundestags absolvieren. Das Programm ist kombiniert mit einem umfassenden Angebot an Veranstaltungen aller politischen Stiftungen in Deutschland, mit Vorlesungen an den Berliner Universitäten und verschiedenen Seminaren. Damit werden den Stipendiaten wertvolle Einblicke in das ganze Spektrum der parlamentarischen Arbeit vermittelt mit dem Ziel, die Beziehungen zwischen Deutschland und den Teilnehmerländern zu stärken und vor allem demokratische Werte und Toleranz zu vermitteln.
Als Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und als Berichterstatter für Tschechien, Ungarn und die Slowakei ermöglichte Karl Holmeier seiner Stipendiatin einen umfassenden Einblick in die parlamentarische Praxis und konnte ihr ein optimales Bild von den Tätigkeiten eines Bundestagsabgeordneten vermitteln.
Terezie Vávrová hatte im Rahmen des Praktikums die Möglichkeit, die aktuellen europäischen Ereignisse aus unmittelbarer Nähe zu beobachten und zu erfahren. Die Situation in der Eurozone und in Griechenland konnte Sie von der Tribüne im EU-Ausschuss sowie mithilfe von verschiedensten Dokumenten, Anträgen und Mitteilungen verfolgen. „Auf diese Weise bekam ich eine Vorstellung davon, wie kompliziert und vielschichtig die Debatte um die Stabilisierung des Euro tatsächlich ist und welche enorme Verantwortung und Solidarität von den jeweiligen Mitgliedstaaten erwartet wird.“
Im Büro von Karl Holmeier unterstützte Tereza Vávrová die Arbeit des Parlamentariers durch wissenschaftliche Recherche, sowie das Anfertigen von Berichterstattungen, Vermerken und Briefen. Auch die Büroroutine ermöglichte der Stipendiatin viele interessante Einblicke.
- Jeder Brief wird beantwortet -
„Besonders beeindruckt hat mich, dass Karl Holmeier zusammen mit seinem Team jeden Brief und jede E-Mail ernst genommen und beantwortet hat. Das habe ich in Tschechien nie erlebt. Ich war bis März gar nicht sicher, wer eigentlich „mein Abgeordneter“ im tschechischen Parlament ist.“, kommentierte die IPS-Stipendiatin die Arbeit im Holmeier-Büro.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Wahlkreises von Karl Holmeier. Zuvor hatte der CSU-Politiker seiner Praktikantin immer von „einer der schönsten Regionen Deutschlands“ erzählt, nun konnte sie sich selbst ein Bild von dieser Region machen. „Der Besuch war unglaublich beeindruckend. Ich hätte nie gedacht, dass ein Bundestagsabgeordneter tatsächlich pausenlos arbeitet und außerhalb der Sitzungswochen permanent in seinem Wahlkreis unterwegs ist, um sich um die Probleme und Sorgen der Menschen und Unternehmen vor Ort zu kümmern. Das kenne ich von zu Hause nicht“.
Tereza Vávrová begleitete Karl Holmeier bei ihrem Besuch zu den verschiedensten Veranstaltungen und ist mit ihm u. a. auch zum Bischof von Pilsen gefahren. Außerdem übersetzte sie die Abgeordneten-Homepage ins Tschechische, um so die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem tschechischen Nachbarn zu fördern.
Alles in allem, so resümierte die IPS-Stipendiatin, waren es fünf äußerst interessante und bereichernde Monate. „IPS erwartet von seinen Stipendiaten ein gewisses Engagement und den Willen, sich an den Rhythmus des 5-monatigen Programms anzupassen. Wer dazu bereit ist, bekommt ein breitgefächertes Angebot an hochwertiger Bildung, Herausforderungen und Inspiration für die eigene Zukunft. Für uns ausländische Stipendiaten bietet sich im Bundestag auf ideale Weise die Möglichkeit, einen Einblick in ein transparentes politisches System zu erhalten und dabei – in gewissen Grenzen – auch fächerübergreifend seinen Interessen nachzugehen.

